Bolivien – mit dem Jeep bis in die Salar de Uyuni

Bolivien Südamerika Travels

Zur Vorbereitung auf unsere Salar de Uyuni – Tour veranstalteten wir am Abend zuvor in unserem Zimmer eine Coca-Tee Zeremonie. Die bei den Einheimischen als Snack für Zwischendurch beliebten getrockneten Blätter, sollen nämlich der Höhenkrankheit vorbeugen. Pur schmeckten sie aber ziemlich bitter, weshalb wir sie lieber zu Tee mit reichlich Zucker verarbeiteten.
Gut vorbereitet begann am nächsten Morgen das Abenteuer. Doch zuerst mussten wir noch geschlagene zwei Stunden an der Grenze zur Ausreise anstehen. Es lag womöglich am Stromausfall oder wohl eher daran, dass nur ein Beamter die Pässe von unzähligen Touristen sich gemütlich anschaute und abstempelte. Als wir endlich den ersehnten Stempel hatten, fuhren wir noch eine halbe Stunde zum deutlich höher gelegenen und noch kleineren bolivianischen Grenzposten. Dort gab es erstmal Frühstück und wir teilten uns auf die Jeeps auf. Was ein Glück wir bei der Gruppenzusammensetzung hatten, sollte uns später bei der Tour noch deutlich vor Augen geführt werden.

Die Jeeps sind zur Abfahrt bereit.

Unsere Gruppe bestand aus dem Fahrer mit dem lustigen Namen German, einem italienischen Paar und zwei Australiern, wie sie im Buche stehen, mit Hut, langen Haaren und Tattoos.

Der erste Halt war dann an der “Laguna Blanca”, die wie der Name schon sagt eine weiße Farbe hat.

Als zweites folgte die Laguna Verde, deren grüne Farbe nur bei Wind zu sehen ist, denn dabei werden die dafür verantwortlichen Partikel im Wasser aufgewirbelt. Während unseres Stopps hat sich das knallige Grün immer weiter ausgebreitet.

Die “Desierto de Dalí”, ist nach dem Künstler Salvador Dalí benannt.

In den Aguas Termales, einer heißen Quelle, hätte man theoretisch baden können, wir fanden es da aber zu voll, sodass wir uns lieber die umliegende Landschaft genauer angesehen haben.

Auch bei der nächsten Station konnten wir live erleben, wie es im Inneren der Erde brodelt. Meterhohe Säulen aus heißem Wasserdampf, die aufgrund des Windes ständig die Richtung änderten, kamen aus dem Boden. Auch im umliegenden Gebiet blubberte und dampfte es unaufhörlich. Den Schwefelgeruch fanden manche schon sehr stark, aber die sind dann noch nie in Island gewesen :-).

Nach einer längeren Fahrt kamen wir schließlich bei der Unterkunft für die erste Nacht an. Wir waren sehr überrascht wie schön und gemütlich es dort war, gerechnet hatten wir jedenfalls mit dem schlimmsten. Als dann das Essen aufgetischt wurde, waren wir völlig hin und weg. Serviert wurde uns leckeres Kartoffelpüree mit Würstchen und dazu allerlei frisches Gemüse. Das perfekte Essen für diese Höhe.
Danach stiegen wir nochmals in den Jeep und fuhren zur nahegelegenen Laguna Colorada. Erneut eine Lagune mit besonderer Farbe, diesmal tatsächlich in Rot. Was für ein Naturspektakel! Auch den Flamingos und Lamas (die eigentlich keine sind, sondern eine Unterart, deren Namen wir vergessen haben), scheint es hier zu gefallen. Wir hatten unseren Spaß mit den Tieren und ihren lustigen Bändchen an den Ohren.

Dem war bestimmt nicht so kalt wie uns!

Wie immer haben wir das Zeitlimit überschritten und verweilten länger als vom Fahrer verordnet an diesem Ort. Es war einfach zu schön. Fast zu schön um wahr zu sein.

Den restlichen Abend spielten wir Karten, was besonders wegen den Australiern zu einem lustigen Spaß wurde. Obwohl wir eigentlich den ganzen Tag nur im Auto saßen, waren wir alle ziemlich müde und so ging es schon recht früh ins Bett. Es war ein herrlich schöner Tag. So viel Schönheit auf einmal muss man erstmal begreifen, was wir immer noch nicht so ganz können, auch wenn wir uns die Fotos schon so oft angesehen haben. Doch an Schlaf war zumindest aus meiner Sicht nicht zu denken. Bei mir hatte die Höhenkrankheit voll zugeschlagen (wir waren immerhin auf knapp 5000 Metern Höhe!) und ich lag noch eine Weile mit hämmerndem Kopf wach.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen packten wir die Rucksäcke wieder auf den Jeep und fuhren querfeldein, in Richtung weiterer Highlights im bolivianischen Altiplano. Hierbei kamen wir voll auf unsere Kosten, mal ging es durch Tiefsand und dann wieder über holprige Geröllpisten. Bis wir schließlich an einem weiteren Höhepunkt der Tour ankamen, dem “Arbol de Piedra” (Baum aus Stein), eine vom Wind geformte Vulkangesteinsformation.

Sogar einen Schakal haben wir gesehen!

Es folgten weitere Lagunen…
… und weitere Fotos :-).

Dann schließlich die Mittagspause.

Danach ging es weiter zu bizarren Felsformationen mit tief hängenden Gewitterwolken und ständigen Blitzen am Horizont!

Und tatsächlich haben wir einen Blitz erwischt!

Zwischenstopp in einem kleinen Dorf, das aufgrund einer Mine abgerissen und weiters weg wieder aufgebaut wurde.

Weiter ging es zum “Zugfriedhof”, wo alte, verrostete Züge ihr Ende gefunden haben. Unser kluger Guide erklärte uns, dass die Züge dort stehen, weil sie nicht kompostierbar sind! Sowas aber auch! 😀

Und dann ging es endlich zum großen Highlight der Tour, in die Salar de Uyuini, sie ist mit über 10.000 Quadratkilometer die größte Salzwüste der Welt! Entstanden ist sie durch das Austrocknen eines riesigen Salzsees. Jährlich werden tausende Tonnen Salz hier abgebaut, das Gesamtvorkommen wird auf ungefähr zehn Milliarden Tonnen geschätzt.

Eigentlich hätte die Route durch die Salar geführt, doch aufgrund der Regenzeit sind große Teile überflutet, was es unmöglich macht sie komplett zu durchfahren. Deshalb fuhren wir außen herum und erst am letzten Tag auf das Salz. Durch das Wasser wird die Salar zu einem einzigen großen Spiegel -die Wolken, die Menschen, die Autos – alles sieht man doppelt.

Wir fuhren weiter in ein Gebiet ohne Wasser wo man die Wabenförmige Struktur, die vom hohen Lithiumvorkommen in der Salar verursacht wird, erkennen konnte.
Natürlich durften auch die typischen Perspektiven Fotos nicht fehlen! :-).

Ich wollte schon immer mal mit einem Pinguin spazieren gehen! 🙂
Hinter den Kulissen.

Ein besonders Erlebnis war die Fahrt AUF dem Jeep!

6 thoughts on “Bolivien – mit dem Jeep bis in die Salar de Uyuni”

  1. Was für eine Landschaft!

    Und was für ein Himmel!

    Dieser schnelle Wandel von tiefem Blau zu dunkelstem Grau inklusive Blitz ist ja schon außergewöhnlich. Bei uns verbindet man mit Gewitterstimmung ja viel mehr Feuchtigkeit – die ihr augenscheinlich nicht so hattet… Ist aber sicher auch der Höhe geschuldet. Die Weite dieser bizarren Landschaft wie auch wunderschöne Details kommen jedenfalls sehr gut rüber. Und was das Kompostierbare angeht: ist alles eine Frage der Zeit 😉

    Aber das Beste ist ja ganz klar der “Salz-Spiegel”.
    Das scheint dann spätestens nicht mehr so ganz von dieser Welt zu sein.
    Pinguin und T-Rex machen es auch nicht gerade realer (gehörten diese Haustiere eigentlich zum Standardprogramm des Jeepfahrers?)
    Ich glaube, ihr habt was die Regenüberflutung angeht, großes Glück gehabt.

    Mit diesen Eindrücken habt ihr das Kapitel Südamerika wirklich großartig abgeschlossen!

    Eine gute Weiterreise nach Cancun und anschließend Kalifornien wünscht euch
    Steffen

    1. Der Himmel war tatsächlich sehr beeindruckend, egal ob strahlendblau oder dunkelgrau.
      Allgemein waren die vielen Farben hier oben immer eine Spur intensiver, als hätte man mit Photoshop den Kontrast verstärkt 😀

      Und die Tiere gehören zum Repertoire eines jeden guten Fahrers!

      Liebe Grüße,
      Janika & Fabi

  2. Die Bilder sind echt der Hammer und die Perspektiven, echt cool!
    Ich hoffe ihr habt noch eine schöne Zeit! Und der neueste Blog lässt nicht so lang auf sich warten 😉
    Mit ganz lieben Grüßen
    Rebecca

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