Chile – Santiago & Valparaiso

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In Santiago angekommen wollten wir nach langer Zeit mal wieder gar nichts tun, irgendwo ankommen, uns ausbreiten und nicht am nächsten morgen den Rucksack wieder packen müssen. Wir wollten einfach mal wieder ausspannen, nach drei Wochen in Patagonien wo wir jeden Tag eine neue Bleibe und die Weiterfahrt organisieren mussten. Wir empfanden die Zeit zwar als sehr eindrücklich, mit atemberaubender Natur und tollen Begegnungen, aber dennoch stressig. Also verbrachten wir fast eine Woche in einer sehr schönen Unterkunft in guter Wohnlage, mit eigenem Zimmer und einem kleinen, netten Garten, in dem wir es uns eigentlich die meiste Zeit gemütlich machten. Es gab jeden Tag Frühstück mit Eiern, eine schöne Küche und wir hatten einen Kühlschrank für längere Zeit, so dass wir uns mit reichlich Lebensmitteln eindecken konnten! 🙂

Obwohl wir von vielen gehört hatten, dass sich Santiago nicht lohnen würde, fanden wir es dort eigentlich ganz nett. Und wenn wir nicht mit Entspannen in der Unterkunft beschäftigt waren, erkundeten wir die Stadt. Pflichtmäßig war für uns ein Besuch im Museum über Menschenrechte und die junge chilenische Geschichte. Dort lernten wir viel über die Zeit unter dem früheren chilenischen Diktator Pinochet und insbesondere über dessen Machtergreifung. Es war zwar alles auf Spanisch, doch auch mit unseren rudimentären Sprachkenntnissen verstanden wir, dass die USA (bzw. die CIA) in Zeiten des kalten Krieges es auch damals nicht lassen konnten, sich in fremde Länder und deren Angelegenheiten einzumischen. Durch einen von den USA unterstützten Militärputsch gelang Pinochet 1973 die Machtergreifung und die linksgerichtete Regierung wurde abgesetzt, um eine amerikafreundliche Politik zu manifestieren. In Folge dessen wurden Oppositionelle unterdrückt und es kam zu blutigen Auseinandersetzungen auf den Straßen. Viele starben und noch viel mehr kamen ins Gefängnis.

Nach einigen Stunden voller eindrucksvoller chilenischer Geschichte stand für uns noch das Nachkaufen verlorengegangener Dinge an. Nach knapp einem Monat in Patagonien schafften wir es, etliche wichtige Sachen entweder zu verlieren oder liegen zu lassen. Nachdem alles eingetütet war, ging es für uns zurück zur Unterkunft, denn Silvester stand vor der Tür und dafür galt es noch ein Menü zusammenzustellen und alles einzukaufen. Silvester wollten wir dieses Jahr ruhiger verbringen und so verbrachten wir den Abend im Garten unserer Unterkunft, den wir mal wieder für uns alleine hatten, weil alle anderen in die Stadt gefahren waren. Dort machten wir uns Pfannkuchen mit Schinken und Käse, dazu Salat. Zum Nachtisch gab es landestypischen Flan, von dem wir uns eine starke Ähnlichkeit zu Pudding erhofften. Von der Zubereitung war es ziemlich ähnlich, aber es hatte einen komischen Getreidegeschmack mit einer noch komischeren Konsistenz. Da es in Südamerika absolut untypisch ist sein privates Feuerwerk zu zünden, gibt es dieses nur an bestimmten öffentlichen Plätzen zu sehen – weshalb wir das neue Jahr erstmals ohne Feuerwerk begrüßten. Doch auch ohne das große Knallen verbrachten wir einen schönen Abend und freuen uns auf alles, was das neue Jahr 2017 für uns bereithält.

Am 1. Januar fuhren wir dann nach Valparaiso, wo die größte Silvesterparty ganz Südamerikas stattgefunden hatte. Rekordverdächtig waren auch die Preise für Übernachtungen rund um Neujahr, mit rund 150€ für ein Bett im Mehrbettzimmer. Dementsprechend dreckig war es am nächsten Tag auf den Straßen. Ganz zu schweigen von dem fürchterlichen Gestank, der uns die nächsten Tage aber noch erhalten blieb. In den nächsten Tagen war es an einigen Ecken schon aufgeräumter, doch anfreunden konnten wir uns mit der Stadt immer noch nicht, wo sie doch einen so besonderen Charme haben soll. Davon bekamen wir dann aber doch noch einen kleinen Eindruck auf der sogenannten “Tour for tips”. Das Prinzip dieser Touren ist ziemlich simpel: man zahlt keinen festen Preis pro Person, sondern gibt am Ende ein Trinkgeld, von dem man meint, dass es der Leistung des Guides entspricht. Also ging es in die Altstadt Valparaisos, die immerhin UNESCO Weltkulturerbe ist. Berühmt ist Valparaiso heute vor allem noch für für die vielen Graffitis und Street-Art. Früher, zu Zeiten des Goldrauschs in Kalifornien, war dies noch eine blühende Hafenstadt, die sich immer mehr über die vielen Hügel ausbreitete. Heute leben die ärmeren Menschen auf den hohen Hügeln und die Stadt hat eindeutig ihre besseren Zeiten schon hinter sich.

Landestypische Completos: Hotdogs mit Avocado, Tomate und Mayo oder mit Sauerkraut und irgendwelchem anderen Zeug…


Der Sonnenuntergang von der Dachterrasse unserer Unterkunft

Allgemein war das La Joya Hostel eine sehr schöne und stylische Unterkunft

Und auch das Frühstück ließ keine Wünsche offen: Obst, Müsli und selbstgemachter Hefezopf mit Honig!
Gekocht haben wir natürlich auch sehr lecker. Es gab frischen Hecht mit Kartoffeln in zwei Variationen, dazu Tomatensalat und den restlichen Cinzano von Silvester

Nach 4 Tagen ging es dann für uns mit dem Bus wieder zurück nach Santiago. Da wir beim ersten Besuch vor lauter Nichtstun einige Highlights auslassen mussten, schafften wir es dann aber doch noch, zumindest einige von ihnen anzuschauen. Ein Höhepunkt für uns war dabei sicherlich der Cerro San Christobal, ein Berg von dem man eine wunderbare Sicht über Santiago und die angrenzenden Anden hat.

Der Weg nach oben, mit einem etwas anderen Aufzug

Nachdem wir an diesem Abend noch landestypisch Essen und Cocktails trinken waren, stand für uns die Weiterreise nach San Pedro an, mitten hinein in die Atacamawüste im Norden Chiles. Da wir kurzfristig einen unschlagbar günstigen Flug entdeckten, ging es für uns in aller Frühe zum Flughafen in Santiago, um nach Antofagasta zu fliegen und nach einer fünfstündigen Busfahrt in San Pedro de Atacama anzukommen.

 

2 thoughts on “Chile – Santiago & Valparaiso”

    1. Das hieß Parron de Colores:) das ist sicher sehr schön für dich! Da leben auch viele für längere Zeit, weshalb es schön familiär ist. Und es liegt in einer schönen Wohngegend! Nach dem Flug waren wir für eine Nacht im Landay Hostel, war auch sehr gut und super mit einem günstigen Bus vom Flughafen zu erreichen! Aber das dauert ja noch bis du wieder in Santiago bist:)

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