México – auf den Spuren der Maya

Amerika & Mexiko Travels

 

Einen ersten Eindruck der ehemaligen Hochkultur der Maya konnten wir bereits am Strand in Tulum gewinnen, von dem wir im letzten Beitrag berichtet haben. Von Tulum aus lassen sich aber noch andere großartige Ruinen erkunden. Dafür mieteten wir uns ein Auto um bereits am frühen Morgen bei den Ruinen von Cobá zu sein. Der Plan ging auf und wir waren eine der ersten und konnten sogar noch die Pyramide ohne Menschen genießen. Die Cobá Pyramide ist die Einzige, die man noch beklettern darf, gut finden wir das eigentlich nicht, denn die Stufen sind teilweise schon sehr glatt geschliffen von den Menschenmassen. Dafür hat man von oben einen wunderschönen Blick über den Dschungel, grün soweit das Auge reicht.

Der Dschungel bei den Cobá Ruinen war am Morgen noch menschenleer.

Irgendetwas haben diese Ruinen schon an sich. Wir würden es jetzt nicht als ‘magisch’ bezeichnen, aber vielleicht ist es doch das einzig treffende Adjektiv. Dieses Gefühl zu wissen, dass die Steinhaufen neben einem wirklich uralt sind, ist schon beeindruckend. Tausende Generationen vor uns waren die Menschen hier bereits hoch entwickelt und intelligenter als man glaubt. Beispielsweise hatten sie als einzige antike Kultur Amerikas eine voll entwickelte Schrift und einen eigenen, sehr komplexen Kalender. Die Maya glaubten an einen zyklischen Charakter der Zeit, deshalb waren die Rituale und Zeremonien an immer wiederkehrende Vorkommnisse in der Astronomie oder auf Erden geknüpft. Diese Vorgänge wurden systematisch beobachtet und in den verschiedenen Kalendern festgehalten. Beeindruckt von dieser Hochkultur und ihrer sehr vortschrittlichen Denkweise, steht man diesen Ruinen schon ehrwürdig gegenüber. 

Dort oben frühstückten wir erstmal, denn am Morgen hatten wir dafür noch keine Zeit. Gestärkt erkundeten wir danach noch das restliche Gelände 🙂

Während der Blütezeit der Maya war Cobá eine der größten Mayastädte in Yucatan. Die begehbare Pyramide ist mit ihren 120 Treppenstufen 42 Meter hoch. Auf ihrer Spitze befindet sich ein kleiner Raum für Rituale und ein Altar, der vermutlich von den Priestern für Blutopfer an die Götter verwendet wurde. Menschenopfer waren in der Religion der Maya üblich, viele wurden in den Cenoten ertränkt, geköpft und lebendig begraben. Sie dienten nicht nur dazu die Götter zufrieden zu stellen, sondern auch um diese am Leben zu erhalten. Geopfert wurden dabei Kriegsgefangene, aber auch Mitglieder der eigenen Gruppe.

Als gegen Mittag die Hitze und die Reisegruppen unerträglich wurden, setzten wir uns wieder in unseren Mietwagen und fuhren die schöne Dschungelstraße weiter zu den Ruinen von Chichén Itzá. Diese sind aufgrund ihres Ausmaßes und ihrem guten Erhalt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden und gehören zudem zu den ‘neuen’ (und nicht ganz unumstrittenen) sieben Weltwundern. Dementsprechend war auch das Ausmaß an Reisebussen und der Warteschlange vor dem Eingang. Wir überlegten ob wir uns das wirklich antun wollten, haben uns dann aber glücklicherweise dafür entschieden. Wir wussten nicht wie weitläufig das Gelände ist und wie viele andere Ruinen, abgesehen von der berühmten Pyramide noch dazu gehörten. Daher haben sich die Menschen recht gut verteilt und wir konnten sogar Fotos (fast) ohne Menschen machen 🙂

Jedes Jahr am 21. März und am 23. September (an diesen beiden Tagen sind Tag und Nacht gleich lang) spielt sich an der Hauptpyramide etwas einzigartiges ab: der Schatten der gestuften Pyramidenkanten fällt auf die Seite einer der Treppen, dabei sieht es so aus, als würde sich dort eine Schlange hinunterwinden. Dieses Phänomen tritt dabei nur an der nördlichen Treppe auf, denn an dessen Ende befindet sich ein Schlangenkopf. Man kann also davon ausgehen, dass die Maya ihre Pyramide bewusst auf dieses Phänomen hin ausgerichtet haben und dementsprechend außergewöhnliche astronomische Kenntnisse besaßen. Wen es interessiert, wie die Schlange tatsächlich ausschaut, einfach nach ‘Schauspiel der gefiederten Schlange’ suchen 😉

Wir hatten nicht viel Zeit auf dem Gelände von Chichén Itzá, denn das Auto musste am Abend zurück gegeben werden, doch wir kosteten die Zeit voll aus und waren, was vielleicht durch den Beitrag auch zum Ausdruck kommt, sehr beeindruckt und fasziniert von dem längst vergangenen Zeitalter der Mayas.

Das Observatorium das zur Beobachtung des Sternenhimmels diente.

An diesem Tag wären wir auch beinahe noch betrogen worden, zum allerersten Mal auf unserer Reise. (Oder zumindest haben wir es zum ersten Mal bemerkt 😀 ) Wir wollten für 200 Pesos, knapp 10€ tanken. Der Tankwart füllte also den Tank, stellte sich ans Fahrerfenster und wartete auf sein Geld, das wir ihm dann in die Hand drückten. Wir drehten uns für einen Augenblick weg und der Herr stand immer noch wartend und leicht genervt am Fenster. Dabei wedelte er mit einem 20 Pesos Schein. Janika hatte wohl aus versehen den falschen Schein aus dem Geldbeutel gezogen. Ohne zu überlegen drückten wir ihm einen weiteren 200 Pesos Schein in die Hand und er gab uns den 20er zurück. Doch er hatte die Rechnung ohne Janika gemacht. Denn sie bemerkte dass, wir jetzt gar keinen 200 Pesos Schein mehr hatten, wir hatten aber hundertprozentig noch zwei davon gehabt. Sie hat nämlich kurz zuvor mit einem 500 Pesos Schein ein Snickers bezahlt und dabei zwei 200 Scheine als Rückgeld bekommen. Sie durchschaute den Schwindel also sofort und meinte nur ‘der hat uns gerade voll verarscht!’ Wir sagten ihm also auf Spanisch, dass wir ihm zwei 200 Pesos Scheine gegeben hatten und er uns gefälligst wieder einen zurück geben soll.  Überraschenderweise tat er das anstandslos, so als würde er uns ganz normal das Rückgeld geben, er wollte wohl einen Aufstand unsererseits vermeiden. So ein Schuft 😀

Am Abend gingen wir dann noch zusammen Essen, nachdem wir in letzter Minute das Auto zurück gegeben haben. Es war nämlich der 15. Februar 2017, unser vierter (!) Jahrestag 🙂

Zum Essen gab es den saftigsten Fisch und die besten Garnelen in einem lokalen Fischer-Restaurant. Quasi direkt vom Meer über den Grill auf unsere Teller. 🙂

Ein verspätetes Jubiläumsfrühstück gab es dann am nächsten Morgen. Mit Pancakes und Bananen Milchshake, in unserer eigenen Küche zubereitet. Wir hatten nämlich ohne es zu wissen ein ganzes Apartment mit eigener Küche gemietet, es war aber geschickterweise so billig wie ein normales Zimmer 🙂

Dann machten wir uns auf zum Flughafen, der Flug nach Los Angeles stand an. Von unseren Erlebnissen dort berichten wir dann das nächste Mal!

*die Quelle für all das Mayawissen ist natürlich Wikipedia

(und die Guides, denen wir heimlich gelauscht haben).

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