México | Tulum – Cenoten und Schildkröten

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Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Fabi während seiner Zeit als Flugbegleiter ein paar Tage am Stück frei und wollte dies nutzen um mit seinen günstigen Konditionen irgendwo spontan hinzufliegen. Wir überlegten hin und her. Bei Instagram hatte ich Bilder aus Tulum gesehen und letztendlich verbrachte er dort drei spannende Tage. Er beschloss irgendwann an diesen Ort zurück zu kehren um mir alles zu zeigen. Auf unserem Weg von Lima nach Los Angeles kam dann die Gelegenheit, denn ein Zwischenstopp auf der Halbinsel Yucatan in Mexico bot sich perfekt an. Wir freuten uns riesig auf sonnige Tage an einem Strand à
la Malediven, auf Maya Ruinen und Schnorcheln in Cenoten mitten im Dschungel.

Am ersten Abend im hippen Tulum schlenderten wir durch die Straßen, schauten in die vielen schönen Restaurants und kauften für mich eine Kugel Baileys Eis. Diese verdarb wahrscheinlich meinen Magen und uns die nächsten zwei Tage. Diese verbrachten wir somit in unserem Zimmer. Dann ging es mir endlich besser und wir nahmen uns zwei super coole Fahrräder aus der Unterkunft und fuhren den mit Palmen gesäumten Weg zum Strand. Da hat es mir die Sprache verschlagen. So einen Strand habe ich noch nie in meinem Leben gesehen! Es sah wirklich aus wie ein Bild aus einem Reiseprospekt über die Malediven! Weißer Sand, der unfassbar weich ist, Palmen und endlose weites Meer, dunkelblau am Horizont und ein Streifen in türkis am Stand entlang. Das Wasser war so klar, dass man seine Füße sehen konnte wenn man bis zum Hals im Wasser steht. Wir planschten wie kleine Kinder, denn wir sind schon lange nicht mehr im Meer gewesen. Danach legten wir uns unter eine Palme in die Sonne. Stundenlang hätte ich in den Himmel schauen können, die Palme über mir wehend. Aber eigentlich haben wir das auch den ganzen Mittag gemacht, mit Unterbrechungen wenn wir ins Meer sprangen um uns abzukühlen. Für Euch in Deutschland mag der Sommer jetzt noch weit weg erscheinen, doch er kommt bestimmt! 🙂

Eine Besonderheit an Tulum sind die Ruinen der Mayas direkt am Strand. Vermutlich haben diese damals als Hafen fungiert. Wir sind früh morgens dort gewesen, nachdem wir um halb sieben mit den Fahrrädern zum Strand gerast sind und uns den Sonnenaufgang angeschaut haben.

 

Die Ruinenanlage war zu der Zeit noch richtig leer, um die Mittagszeit wird sie dann richtiggehend überrannt, doch da waren wir bereits wieder weg. Wir waren beeindruckt von dem was Menschen bereits um 1200 n.Chr. geschaffen hatten und wie gut das jetzt noch erhalten ist. Besonders die Verbundenheit der Mayas zur Natur, ihr Glaube und dem daraus resultierenden Umgang mit “Mutter Erde” gefällt uns sehr.

Am darauffolgenden Tag ging es mit schönen Erlebnissen nahtlos weiter. Wir fuhren mit dem Collectivo aus dem Dorf hinaus zu einem Strand wo man mit Schildkröten schnorcheln kann. Vorbei an einigen nervigen Touranbietern sprangen wir mit unserer neuen Schnorchelausrüstung ins Wasser. Dort nervte uns dann die Typen auf Kanus, die meinten wir müssten uns eine Schwimmweste ausleihen. Wir haben sie einfach ignoriert, bis sie aufgaben und uns in Ruhe ließen. Zuerst sahen wir einen Rochen wie er sich in den Sand eingrub und einige Fische und schließlich auch die erste Schildkröte. Diese war unerwartet riesig, bestimmt einen Meter und sie knabberte am Seegras 🙂 Es dauerte nicht lange, da waren wir umgeben von drei Schildkröten, die sich zum Fressen am Boden bewegten und ab und zu direkt an uns vorbei nach oben schwammen um Luft zu holen. Wir waren ganz geflasht davon diesen schönen Tieren so nah zu sein, ja mitten in ihrem Lebensraum zu schwimmen.

Schließlich stiegen wir wieder ins Collectivo und fuhren ein Stück, wir wollten zu einer sehr schönen Cenote, bei der Fabi letztes Jahr schon war. Von der Hauptstraße hatten wir noch einen Kilometer zu laufen, wir versuchten es also mal per Anhalter und wurden auch schon vom ersten Auto mitgenommen! So eine Erfolgsquote hätten wir mal in Patagonien gebraucht! Am Ziel angekommen gönnten wir uns erstmal eine Portion Tortilla mit Guacamole um dann festzustellen, dass unser Geld für den Eintritt und das Collectivo nicht mehr reichen würde. Der Eintritt für die Cenote hat sich seit dem letzten Jahr mehr als verdoppelt! Wir gingen einfach mal durch die kleine Tür im Zaun, und stiegen mit Schnorchel und Maske ausgestattet in Wasser, bis jetzt wollte keiner Geld von uns. Die Casa Cenote ist keine typische Cenote. Normalerweise sind diese ein mit Wasser gefülltes Höhlensystem, in dessen Seen man Schnorcheln kann. Die Casa Cenote ist dagegen eher wie ein klarer Fluss, durch Mangroven gesäumt windet er sich tief in den Dschungel hinein. Zudem ist sie die einzige Cenote mit einem Zufluss aus dem Meer und das daraus resultierende leicht salzige Wasser beschert der Casa Cenote einen einzigartigen Fischreichtum.

Mit der Zeit wurde das Schwimmen gegen die Strömung ziemlich anstrengend und wir legten einige Pausen ein indem wir uns einfach an den Mangroven festhielten und dabei mitten in den Dschungel blickten. Die Cenote ist ungefähr vier Meter tief und hat glasklares Wasser, am Rand zwischen den Mangroven schwimmen riesige Schwärme mit kleinen, silbernen und bunten Fischen. Leider war die GoPro schon leer, weshalb es davon keine Bilder gibt. Schließlich drehten wir um und ließen uns zurück zum Eingang treiben. Dort setzten wir uns noch eine Weile an den Rand und wurden sogleich von Dutzenden kleinen Fischen angefallen, die an unseren Füßen knabberten. Das Kitzeln war kaum auszuhalten, doch wir hatten natürlich unseren Spaß dabei 🙂 Es wurde Zeit zu gehen und wir packten unsere sieben Sachen zusammen und gingen wieder aus der Tür hinaus. Es hatte uns keiner nach den umgerechnet 10€ Euro Eintritt gefragt! Wir freuten uns wie kleine Banditen und liefen glückselig zur Hauptstraße von wo wir wieder ein Collectivo nach Tulum nahmen.

 

Für den nächsten Tag mieteten wir uns einen Roller, denn wir wollten uns noch weitere Cenoten ansehen. Erste Station war die Grand Cenote, die sehr touristisch, aber auch wunderschön ist. Cenoten entstanden vor tausenden Jahren, indem sich das Kalkgestein auflöste und sich Höhlen und damit riesige Unterwasserläufe bildeten. Wir tauchten ein wenig unter die Felsen und schwammen hinein in die dunkle Höhlenwelt. 

Am Mittag brausten wir den Highway entlang zur Cenote Nicte-Ha. Diese ist viel weniger touristisch und sogar noch schöner! Teilweise waren wir sogar ganz alleine dort und genossen die Ruhe und diese unfassbar schöne Natur. Im Wasser schwammen wir mit hunderten kleinen Fischen zwischen Seerosen hindurch – atemberaubend!

 

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