Südafrika Roadtrip – Von Johannesburg nach Kapstadt – Addo Elephant NP & Garden Route

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Wir erwarteten, dass im Addo Elephant Park alles voller Elefanten sein würde, doch wir sahen nichts als grüne Sträucher mit zentimeterlangen Dornen. Strauch an Strauch. Wenn hier Elefanten lebten, dann würden sie schwer zu sehen sein und wenn dann würden sie wohl urplötzlich vor uns auf der Straße stehen. Aber auch wenn sich mal eine Wiese auftat, bekamen wir nur Warzenschweine und Zebras zu Gesicht. Wir wollten schon ins Camp zurück, beschlossen aber doch noch, eine weitere Straße zu fahren. Schon von Weitem sahen wir mehrere Autos auf einem Fleck, was auf jeden Fall vielversprechend war. Und dann lag  plötzlich neben unserem Auto ein Löwe am Wegesrand, so als wäre er tot! Doch anscheinend hielt er nur ein Nickerchen.

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Weiter den Berg hoch lag noch ein größerer Löwe noch komischer am Straßenrand. Halb auf dem Bordstein auf dem Rücken und alle Viere von sich gestreckt. So hätten wir unsere ersten männlichen Löwen definitiv nicht erwartet! Wir drehten um und stellten uns direkt vor den großen Löwen. Top view, wie immer! Wir schauten ihm beim Dösen zu und fragten uns warum sich die Löwen ausgerechnet einen so unbequemen und lauten Schlafplatz ausgesucht hatten. Dann tat sich plötzlich etwas! Der untere Löwe war aufgewacht und lief nun den Berg hinauf, direkt auf uns zu. Wir wurden ganz aufgeregt. Sollten wir ein Polabild machen oder lieber nicht? Es wäre schließlich ziemlich ungünstig, wenn er direkt neben uns, bei offenem Fenster erschrecken  würde! Apropos Fenster, zumachen oder könnten wir es offen lassen? Doch dann war er schon so nah, dass wir  lieber keine komischen Geräusche mehr von uns geben wollten! Und so trottete dieses prachtvolle und gefährliche Tier direkt am Auto vorbei! Hätte Fabi die Hand aus dem Fenster gestreckt, hätte er ihn berühren können (und die Hand wäre ziemlich sicher ab gewesen). Auch der andere Löwe regte sich nun. Er streckte sich und gähnte einmal und sah einfach majestätisch schön aus, wie er so von der Nachmittagssonne angestrahlt wurde und dabei direkt in unsere Richtung schaute! Doch offenbar war er immer  noch müde, denn er legte seinen Kopf wieder auf die Pfoten.
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Die Leute um uns herum hassten uns zunehmend dafür, dass wir so lange die top view nicht freigaben. War ja auch ein wenig gemein, aber wir können schließlich stehen bleiben wo wir wollen und solange wir wollen. Als dann einer aus dem Auto rief, wir sollen gefälligst auch mal den anderen die Sicht überlassen, entschieden wir uns dann doch weiter zu fahren. Nach wenigen Minuten kam uns eine junge Familie entgegen, wir erzählten ihnen wo der Löwe liegt und sie freuten sich riesig! Später trafen wir sie sogar in einem anderen Nationalpark wieder! Von einem Berg aus genossen wir noch den Sonnenuntergang, dann mussten wir schnell ins Camp zurück. Dort versuchten wir uns erneut am Braai (südafrikanisches Grillen), doch unser Holz rauchte nur, anstatt zu brennen. So musste erneut die Pfanne herhalten. Doch es gab auch noch andere Camper, bei denen es  nicht so ganz klappte. Meterhohe Rauchsäulen anstatt Feuer… Es war das ältere Ehepaar, das uns später bei sich in Kapstadt aufnehmen würde!
afrika-blog-24afrika-blog-25img_8092_2afrika-blog-22img_8214Dann haben wir im Addo Elephant Park doch tatsächlich noch Elefanten gesehen! Wir dachten schon es gibt da gar keine! Das war dann echt noch ein schöner Abschluss unserer Safaris! Aus dem Park hinaus zu fahren und zu wissen, dass das wahrscheinlich die letzte Safari für womöglich lange Zeit gewesen ist, ist uns schon schwer gefallen! (Was ja doch nicht so ist, wie wir jetzt wissen). Das Safari-Fieber hat uns jedenfalls richtig gepackt! Den ganzen Tag im Auto durch die Wildnis fahren, nach Tieren Ausschau halten, unbeschreiblich schöne Szenen vor die Linse kriegen, zelten, auf dem Boden kochen, und und und…  Alles was dazu gehört, war einfach fantastisch und wir wollten es gar nicht hinter uns lassen…  

img_8168_2afrika-blog-26In letzter Minute entschieden wir, im Storms River Mouth Rest Camp im Tsitsikamma National Park zu bleiben. Wir dachten, dass wir gerne mehr Zeit für die Gardenroute hätten, aber letztendlich war es die beste Entscheidung ever dort ein letztes Mal zu zelten. Der Zeltplatz war direkt am Meer, wir waren fast ganz alleine da und weil wir da so glücklich waren, bauten wir unser Zelt dort auf. Zum Abendessen gab es Mushroom Soße aus der Dose und Meeresrauschen. Beim Abwaschen in einem kleinen Küchen Häuschen war auch ein älteres Ehepaar. Die Frau sprach uns an, ob wir uns nicht vom Addo kennen würden. Ich antwortete einfach mal mit ja, weil sie mir schon ein wenig bekannt vorkam. Wir hatten uns wohl im Bad mal gegrüßt und wir sind immer an ihrem Platz vorbei gelaufen und ihnen dabei  aufgefallen. Später stellte sich heraus, dass sie es waren, deren Holz offenbar feucht war und die eine meterhohe Rauchsäule über ihrem Grill hatten! Wir redeten über dies und das und erzählten von unserer Reise und dass wir jetzt auf dem Weg nach Kapstadt waren. „Oh we live in Cape Town, so you can live in our place“, sagte die Frau daraufhin. “Oh yeah sure, anytime!” kam mehrmals von Seiten des Mannes.
Diese Gelegenheit konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen und so notierten wir uns ihre Adresse. Wenige Tage später, nachdem wir die Gardenroute im Schnelldurchlauf abgefahren hatten und eine Nacht in Cape Town im Hostel schliefen, fanden wir bei diesen Beiden ein Zuhause in Südafrika! Unglaublich wie wir uns gegenseitig innerhalb weniger Tage ins Herz geschlossen haben! Und unglaublich was für tolle Menschen es auf diesem Planeten gibt!

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