Südafrika Roadtrip von Johannesburg nach Kapstadt – Krüger Nationalpark

Afrika Roadtrip Südafrika Travels

Am 06. April 2016 ist unser Flieger in Johannesburg gelandet und wir haben unseren kleinen Mietwagen in Empfang genommen und uns in ihn hinein gequetscht. Voller Vorfreude sind wir aus dem Flughafen gefahren, auf die berüchtigten Straßen von Johannesburg. Vierspuriger Linksverkehr, Menschen am Fahrbahnrand und auf Ladeflächen, Müll, der von Lastern geweht wird, Karren die nur vom Rost zusammen gehalten werden und solche, die nachts in alarmgesicherten Garagen untergebracht sind. Und mittendrin wir, ein wenig überfordert, aber trotzdem froh dabei zu sein. Viele Kilometer lagen vor uns und die Müdigkeit ließ diese nicht unbedingt schneller vergehen. Doch wir kamen ohne weitere Schäden in Graskop an und verbrachten die Nacht in einer kleinen Holzhütte mit Bad im Freien.

img_5541_2

Die Panorama Route auf dem Weg zum Krüger NP war entgegen ihrem vielversprechenden Namen nicht sonderlich spektakulär. Die Aussichten waren zwar schön, aber das war dann auch schon alles.. Vielleicht lag es auch daran, dass wir eigentlich nur endlich auf Safari gehen wollten…
img_5595_2img_5731_2

img_6165_2Die erste Nacht im Zelt verbrachten wir im Letaba Rest Camp im Kruger Nationalpark. Die Geräusche und die Tatsache nur von einer Zeltwand (und einem Stromzaun) von der totalen Wildnis getrennt zu sein, waren schon etwas ungewöhnlich. Einmal streifte nachts eine Antilope am Zelt entlang, ich lag wach und sah ihren Schatten. Wir fuhren den ganzen zweiten Tag durch den Park und schlugen am Abend unser Zelt im Skukuza Camp auf. Auch der nächste Tag verging wie im Flug und so war es bald schon wieder Zeit, das Zelt erneut aufzubauen, diesmal im Camp Crocodile Bridge.

img_6146_2kleinafrika-blog

img_5904_2

Wir stehen am Aussichtspunkt des Olifants Camps und überblicken eine Flusswindung des Olifant River. Ein wenig enttäuscht sind wir schon, dass nicht alles voller Elefanten ist, aber der Ausblick ist ja trotzdem schön und so packen wir unser Frühstück aus. Brötchen mit Marmelade (und  Erdnussbutter für  Janika), so wie immer. Und plötzlich taucht sie einfach auf, die Elefantenherde! Ganz gemächlich trotten zwölf Elefanten zwischen den Büschen hervor, hinab zum Fluss. Ui ui ui!! Am liebsten wäre ich hinabgesprungen und hätte mit dem winzig kleinen süßen Fratz gekuschelt, aber es waren eben auch ein paar Hippos im  Fluss. Also genossen wir den Blick aus der Ferne und es war herrlich! Unbeschreiblich! Ewig könnten wir zusehen wie die Tiere ihren Rüssel ins Wasser strecken, um ihn anschließend in den Mund zu befördern. Immer und immer wieder. Wilde Tiere strahlen trotz  ihrer Wildheit irgendwie Ruhe und Frieden aus. Als der Durst gelöscht war, ist die Familie dann ebenso gemächlich wieder zurück getrottet und wieder zwischen den Büschen verschwunden.

#breakfastwithaview

img_6036_3

Kurz vor Sonnenaufgang klingelt der Wecker. Aber ich bin sowieso schon wach. Ich wurde nämlich von meinen Freunden den  Geiern geweckt.  Abwechselnd auch von kreischenden Affen oder irgendwelchen Vögel eben, die ihre morgendlichen  Streitereien natürlich direkt über unserem Zelt ausfechten mussten. Mein lieber Freund wird aber von seiner liebevollen  Freundin  geweckt, das schreiende Getier stört ihn, im Gegensatz zu dieser, nämlich gar nicht. Dann geht’s schnell ins Bad  und dann noch kurz  das Zelt zusammengepackt und wir düsen los. Wobei, wir tuckern eher, denn wir starren voll konzentriert ins  Dickicht, der Löwe kann schließlich unter jedem Busch liegen. Plötzlich legt Fabi eine Vollbremsung hin und haut den Rückwärtsgang rein! Da hat sich doch gerade etwas bewegt! Meistens war es dann aber doch nur eine Antilope. Wir fahren weiter, ich hab Kamera, labbelige Brötchen, Marmelade und eine Flasche Kaba auf dem Schoß und wir frühstücken während jeder auf seiner Seite aus dem Fenster schaut. Fast wie frühstücken vor dem Fernseher, nur viel besser!!
Doch irgendetwas passte da gerade nicht ins Landschaftsbild! Schnell wieder den Rückwärtsgang eingelegt! Und da ragt der lange Hals einer Giraffe über den Baumkronen empor. Sie hat uns ebenfalls entdeckt, mampft aber genüsslich und lautstark weiter, wir beobachten uns gegenseitig. Ein paar Zentimeter fahren wir noch vor, damit kein Ast mehr die Sicht verdeckt, dann schalten wir den Motor aus und hören ihr beim Essen zu.

Es ist still. Man hört Wildnis. Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und Giraffenschmatzen.

Irgendwann fahren wir weiter, wir wollen noch mehr entdecken. Schon bald halten wir gezwungenermaßen wieder an. Ein paar Affen balgen sich mitten auf der Straße, wir schauen ihnen zu und amüsieren uns köstlich. Aber wo bleiben eigentlich die Elefanten?! Und die Löwen?! Sie wollen sich uns einfach nicht zeigen! Immer wieder scheinen wir kurz davor zu sein, nämlich immer dann, wenn mehrere Autos angehalten haben. Dann muss es schließlich etwas zu sehen geben! Doch leider entpuppten sich die Autoinsassen erschreckend oft als Ornithologen, die mit unverständlicher Faszination und riesigen Binokularen und noch größeren Teleobjektiven komische Vögel beobachteten. Oder es waren Menschen, die wohl gerade ihre erste Antilope entdeckt hatten.

img_6186_2

Doch dann ist er plötzlich da! Unser erster Elefant!  Eingebettet in eine wunderschöne grau-grüne Landschaft steht er da und stopft einen Grasbüschel nach dem anderen in sich hinein. Eine unbekannte Freude breitet sich in uns aus. Lange haben wir nach ihm Ausschau gehalten, wir wussten, dass es uns schon fast garantiert ist Elefanten zu sehen, aber als er dann vor uns steht, ist es trotzdem ganz unerwartet, plötzlich und surreal, als hätten wir gar nicht mit ihm gerechnet. Wir schauen uns an und  sehen, dass der andere mindestens genauso glücklich ist wie man selbst! Das ist das Safariglück! Genau diese Momente und dieses Glücksgefühl sind es, für die man eine Safari macht.

Wir schauen dem Elefanten eine ganze Weile lang zu, wie er ein Bein vors andere setzt und dabei ständig neue Grasbüschel mit dem Rüssel in den Mund befördert. Wir sind umhüllt von Stille, inmitten einem wunderschönen Fleckchen Erde.

img_6053_2

img_6104_2

img_6122_2

img_6317_2

afrika-blog-ivimg_6156

afrika-blog-v

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.