Südafrika Roadtrip – von Johannesburg nach Kapstadt – St. Lucia

Afrika Roadtrip Südafrika Travels

 

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Auf dem Weg vom Krüger Nationalpark in Richtung Küste haben wir zum ersten Mal einen Einblick ins Südafrikanische Leben  erhaschen können. Über die schlechten Straßen im bettelarmen Swasiland und eine vermeintlich kürzere Staubpiste ging es nach Sodwana Bay. Gelernt haben wir an diesem Tag auf jeden Fall, dass man in Afrika eher nicht auf Google Maps vertrauen sollte. Doch so legten wir eben 50 Kilometer auf plattgefahrener Erde zurück. Immer wieder war der Untergrund wie ein Wellblech was das Auto so schüttelte dass nichts anderes übrig blieb, als auf Schrittgeschwindigkeit abzubremsen. Das war aber sowieso eine gute Idee, denn teilweise gab es Schlaglöcher, die dem Auto garantiert nicht gutgetan hätten. Doch ich fand die Fahrt wunderschön! So haben wir das wahre Südafrika gesehen, wenn auch nur aus dem Autofenster. Zu gerne hätte ich angehalten, wenn mal wieder ein paar Kinder am Straßenrand spielten. Dann wäre ich ausgestiegen, hätte gefragt wie sie heißen und Fotos von ihnen gemacht. Immer eingebunkert im Auto durchs arme Afrika zu fahren und durchs Fenster die Menschen zu begaffen ist ja auch bescheuert!

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Grundsätzlich herrscht Linksverkehr, was wir aber auch manchmal vergessen  haben… Aber die Beifahrerin macht den Fahrer dann gerne darauf aufmerksam, dass er gerade auf der falschen Spur unterwegs ist. Langsame Autos oder LKW fahren halb oder ganz auf dem Seitenstreifen, sodass schnellere Fahrzeuge sie besser überholen können. Besonders bei einspurigen Landstraßen wurde dabei mein Herz ganz schön beansprucht! Überholt wird auch bei Gegenverkehr, der dann (hoffentlich) ebenfalls auf  den  Seitenstreifen  ausweicht. Besonders eng wird es, wenn auf beiden Seiten gleichzeitig überholt wird und kurz vier Fahrzeuge nebeneinander auf eigentlich zwei Spuren sind oder wenn einem auf einer Kuppe plötzlich zwei Autos nebeneinander entgegen kommen. Südafrikaner nehmen es mit dem Ladung sichern nicht so eng. Aus Mülllastern weht es in regelmäßigen  Abständen Plastiktüten und auf bzw. neben der Straße findet sich so allerhand.

Es kommt daher durchaus vor, dass sich Holzscheite mitten auf dem Highway befinden und ein junges Touristenpaar dadurch  einen platten Reifen bekommt und diesen auf dem Seitenstreifen wechseln muss! Aber danach waren sie unheimlich stolz auf sich und überglücklich, dass sie das so gut gemeistert haben und dass sie nicht von einem vorbeibrausenden LKW (der ja halb auf dem Seitenstreifen fährt) übersehen wurden! Landstraßen und auch Highways werden nicht nur von Autofahren genutzt,  sonder ebenso von Fußgängern, da es oft die einzigen Wege sind. Die schwarzen Menschen sind nachts am Straßenrand und auch tagsüber im Auto quasi unsichtbar. Mehrmals sind wir erschrocken, weil wir dachten, dass uns ein Auto ohne Fahrer entgegen kommt! Zuerst einmal haben wir natürlich auf die falsche Seite des Autos geschaut, aber selbst auf der richtigen sieht man die dunkelhäutigen Menschen kaum. (Das soll jetzt nicht rasistisch sein:)) Die Straßen sind bis auf einig achsenbrecherische Potholes aber recht gut, sobald man allerdings in Dörfern oder ländlichem Gebiet unterwegs ist, sind es nur noch Staubpisten.

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SAFARI IM HLUHLUWE-UMFOLOZI NATIONALPARK
img_6966_3kleinSafariguides wissen doch am besten auf welchen Strecken im Park es die meisten Tiere zu sehen gibt. Dachten wir uns. Hinter einem Truck herzufahren ist also der ultimative Plan um kostenlos auf eine Tour mitgenommen zu werden. Das funktioniert aber nur so lange, bis der Safaritruck in eine Straße abbiegt, die für Touristen verboten ist. Mist. Aber eine lustige Verfolgung war es allemal!

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Nachdem wir im Krüger ja keine einzige Wildkatze gesehen hatten, war es nun im Hluhluwe-Umfolozi die ersten Löwen! Von St. Lucia aus, sind wir in den sehr überschaubaren Park gefahren, in dem bei uns, aufgrund der Größe nicht wirklich das Gefühl aufkam, mitten in der Wildnis zu sein. Wir machten Halt in einem Camp, kauften uns eine kalte Cola und schauten uns das Sightingboard an. An einer Ecke des Parks waren an diesem Tag schon mehrmals Löwen gesehen worden. Also fuhren wir in diese Richtung, doch wir blieben erfolglos, bis ein entgegenkommendes Auto auf unserer Höhe anhielt. Sie sagten uns, dass bald eine Senke kommen würde, direkt danach gehe die Straße steil nach oben und dann müssten wir zurück blicken, linkerhand auf  den Berg. Dort würden zwei weibliche Löwen im Schatten eines Baumes liegen. Oh wie glücklich waren wir, als wir endlich zwei wunderschöne Löwinnen erblickten! Wir drehten um, stellten den Motor ab und beobachteten die beiden fast eineinhalb Stunden lang.
Die Fenster ließen wir offen, so wehte ein leichtes Lüftchen durchs heiße Auto und wir hörten die Grillen und Fliegen und Vögel und die Gräser im Wind. Die Löwen hatten wir immer im Blick. Manchmal sahen die Löwinnen uns direkt an, dann stuften sie uns offenbar als harmlos ein und eine legte den Kopf auf die Pfoten, die andere verscheuchte mit dem Schwanz die Fliegen und schaute sich um, dann legte auch sie den Kopf ab und die andere schaute wieder auf. Nach einer Weile wälzte sich eine der beiden auf den Rücken, machte uns damit ganz aufgeregt und legte sich wieder hin. Irgendwann stand sie wieder auf, lief einmal um den Baum herum und legte sich erneut nieder. So verging die Zeit dann doch ganz schnell. Wir aßen Äpfel und nippten an  unserer inzwischen warmen Cola. Dann entschied sich erneut eine dafür aufzustehen und langsam den Berg hinabzulaufen. Wir  sahen sie schon bald nicht mehr und dann ging auch die andere ihr hinterher. Wir fuhren rückwärts und vorwärts die Senke  hinab, drehten um, wieder die Senke, drehten erneut und wieder und wieder. Einmal glaubten wir sie im Dickicht zu erahnen… Doch dann war es auch für uns Zeit zu gehen.
img_7090 img_7292_2afrika-blog-xiiimg_7251Die erste geführte Tour unserer Reise war die Hippo Tour auf dem St. Lucia Lake. Hippos haben wir dabei sehr viele gesehen, bzw. die Hälfte ihrer Köpfe, wenn sie zum Atmen aus dem Wasser lukten. An eine Gruppe sind wir besonders nah heran gefahren und haben die Tiere etwas länger beobachtet. Der Bulle war überaus groß und fett und hatte ziemlich garstige Barthaare, was man beim Austesten meines Teleobjektivs sehr gut sehen konnte. Als es später wurde, wurden die Hippos zunehmlich aktiver und begannen ein wenig zu „kämpfen“ und dabei lustige Grunzgeräusche von sich zu geben. Dass Hippos große Münder haben, war uns natürlich bekannt, aber das aus nächster Nähe zu sehen war dann schon ein großes Spektakel, wobei groß wörtlich zu nehmen ist! Krokodile haben wir leider keine gesehen, aber es gibt definitiv viele. Allgemein wäre es
sehr ungünstig hier über Bord zu gehen! Gefährlich sind die Gewässer um St.Lucia aber eigentlich alle. So auch der wilde Strand, wo theoretisch jederzeit ein Krokodil auftauchen kann. Dieses Wissen machte den Strandvormittag nicht gerade entspannt.
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