Tauchen in Kapstadts Gewässern

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Heute wurden wir mit der Nachricht geweckt, dass ich heute endlich tauchen gehen kann. Es gab noch ein langes hin und her und etliche Telefonate um alles zu organisieren aber letztendlich fuhren wir mit unserem Gastgeber Craig nach Simons Town und trafen dort auf seine Tochter und ihren Mann. Mit einem zweimotorigen Schlauchboot ging es aufs Meer hinaus. Wir fuhren so weit die Küste entlang, bis man schon Cape Point sehen konnte. Allein die Fahrt war ein Erlebnis. Wir saßen auf den Lufträndern des Schlauchboots, hielten uns an einem Seil fest und heizten über die Wellen! Obwohl die See verhältnismäßig ruhig war, jumpte das Boot über die leichten Wellen. Viel zu schnell war die Fahrt vorbei und wir vier gingen über Bord und tauchten ab. Janika blieb mit dem Skipper auf dem Boot zurück. Unter Wasser gab es bereits zu Beginn das größte Highlight – die Begegnung mit meinem ersten Hai. Zwar war es “nur” ein Riffhai und dazu auch noch ein sehr scheues Exemplar, jedoch maß auch dieser knapp 2 Meter und gilt damit als einer der größeren. Wie sich später herausstellte, schwamm er noch eine Weile neben und über uns, was ich allerdings nicht bemerkt hatte 🙂 Weshalb dies leider meine vorerst letzte Begegnung mit einem Hai am Kap war erfuhr ich dann später am Abend..

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Da die Farben und das Licht schon nach wenigen Metern deutlich an Intensität abnahmen, musste man das leicht durch Plankton und andere Mikroorganismen getrübe Wasser mit einer Unterwasserlampe anstrahlen und erst dann offenbarte sich einem die eigentlich farbenfrohe Unterwasserwelt. Entgegen der Meinung meiner Buddies empfand ich den Tauchgang als einer meiner interessantesten. Denn trotz der eher durchschnittlichen Sicht und Wassertemperaturen um die 15 Grad, habe ich die bisher größten und vielfältigsten Fisch- und Pflanzenarten gesehen.

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Später beim Abendessen fragte ich dann eher beiläufig, ob es noch möglich wäre einen reinen Hai – Tauchgang zu machen, was bisher ein großer Traum von mir war. Der sogenannte “Sevengill Shark” (auf Deutsch mit dem uneleganten Namen “Breitnasen-Siebenkiemerhai”) ist auch in Kapstadt beheimatet und für Taucher ein beliebtes “Tauchobjekt”. Organisierte Touren kosten gerne weit über 100€, weshalb ich mich noch mehr darauf gefreute habe, für weitaus weniger Geld und Aufwand mit unseren Freunden dort privat tauchen zu gehen und diese faszinierenden Tiere aus nächster Nähe zu betrachten. Doch der Euphorie folgte prompt die Enttäuschung. Die Sevengill Sharks seien schon eine Weile aus Kapstadt verschwunden und der Grund ist so simpel wie grausam: Alle Haie die um Kapstadts Küsten beheimatet waren, wurden zum Fang freigegeben, nur um einigen wenigen Fischern ein klein wenig mehr Geld zu bringen. Aus diesem Grund wurden seit einem Jahr keine Sevengill Sharks mehr gesichtet und es gibt wenig Hoffnung, dass sich dies in den kommenden Jahren wieder ändern wird.  

Auch die Wale, für welche die Kapregion und insbesondere Hermanus sehr bekannt ist, wurden dieses Jahr in einer weitaus kleineren Zahl wie bisher gesichtet. Sonst kamen die Wale immer in großen Gruppen in die Buchten um dort ihre Jungen zu gebären und dieses Jahr wurden nur einzelne Exemplare gesehen.

Es ist wirklich erschreckend, wie sichtlich schnell Populationen von wundervollen Tieren schwinden! 

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